Dialoge mit Ton - Jubiläumsausgabe    Paulus Berensohn

 

Berensohn lebt in den westlichen Bergregionen North Carolinas
in der Nähe der Penland School of Crafts, mit der er über dreissig
Jahre lang in unterschiedlichen Funktionen verbunden war -
gegenwärtig als guter Nachbar. Er selbst beschreibt sich als
Amateur der bildenden Künste, Ökologe aus tiefstem Herzen und
berufsmässiger "Fairy Godfather" (die "Fairy Godmother" ist die
gute Fee im Märchen Aschenputtel). Er leitet Workshops für
Keramik, Dichtkunst, Tagebuchgestaltung ("soul in slow motion")
an verschiedenen Orten in Amerika und anderswo.


Inhalt

 
Einleitung von M. C. Richards
Geleitwort für die deutsche Ausgabe von Jimmy Clark
Vorwort des Autors
I. Ein Weg in die Praxis
Den eigenen Stil finden; Erste Schritte zur Freiheit
Vorbereitungen
Übung 1: Kleiner, gleichmässiger, dünnwandiger Pinch Pot
Übung 2: Umgang mit Ton; Achtsam sein, im Hier und Jetzt sein
Ein Übungsweg in die Praxis
Die Mitte verlassen: Sechs Vorschläge
"Körper-Tassen"
Geschlossene, fast geschlossene Formen und Halsgefässe
Drei Beispiele: 
Hohlkugeln
Kleine, enghalsige Objekte
Geschlossene Formen
Einen grossen Pinch Pot herstellen
Eine weitere Methode für grosse Formen
Zusammensetzen und Anfügen
Saubere Verbindungen
Aufbauen mit Tonplättchen
Gefässe mit Deckel
Eine Aufbautechnik
Was wäre, wenn...
Textur, Oberflächengestaltung und Zeichen des Ursprungs
Unendliche Möglichkeiten
Ortsschalen ("place bowls")
Neuland: Beispiel, einen persönlichen Weg zur Tonform zu finden
Die Schule der Fantasie: Skizzen in Ton
Was wäre wenn: Fragen, die ich stellen könnte
Gestaltungsaufgaben
II. Die Farbe des Tons
Eine Forschungsreise zur Farbe und zu neuen Beziehungen         beim Gestalten
Verwendung von verschiedenen Massen
Mischungen herstellen
Mehrere Tone verkneten
Ton mit Oxiden einfärben
Die Zugabe von Oxidpulver zu feuchtplastischer Masse
Oxidzusätze zu trockenem Tonpulver
Masse I
Masse II
Masse III
Masse IV
Applikationen mit eingefärbtem Ton
Zusammenkneten gefärbter Massen
Beispiel für die Mustergestaltung
Freundschaftsschalen ("beloved bowls")
III. Brennen im Sägemehlofen
Ein anmutiges Feuer
Gefässe und Ton für den Sägemehlbrand
Ofenbau
Brennstoff
Beschickung des Ofens
IV. Eine menschliche Ästhetik
Notizen, Geschichten und Zitate aus meinem Tagebuch
V. Anhang
Hinweise für Anfänger
Zusatzstoffe einarbeiten
Glossar
Bibliografie
Danksagung
 

  










 

 



  

Geleitwort für die deutsche Ausgabe
 
1975 erfüllte ich mir den lang gehegten Wunsch, Töpfern zu
lernen, indem ich mich in einen Kurs der Germantown YWCA
in Philadelphia einschrieb. Ich war begeistert vom Zauber der
Drehtechnik an der Töpferscheibe. Genau diese wollte ich lernen.
Meine Lehrerin Vicky Gold empfahl mir dagegen für den Anfang
Aufbautechniken, um schneller Erfolge zu sehen und mit dem
Material erst einmal vertraut zu werden. Sie zeigte mir die Finger-
drucktechnik und legte mir ein Buch ans Herz: Finding One‘s
Way with Clay.
Auch als ich mich mit anderen Aufbautechniken
und dem Drehen befasste, verlor ich nie meinen besonderen
Bezug zu den Daumenschalen und den Anregungen aus diesem
ausserordentlichen Buch.

  
Es wurde mir - wie vielen anderen Keramikkünstlern, die ich kenne, egal in welchem Bereich sie
sich betätigen - zur Bibel. Mir ist noch kein anderes Werk untergekommen, das gleichzeitig so viel
sachliche Information mit Anregungen zu freiem, kreativem Arbeiten verbindet. Das meiste, was ich
über Ton weiss, lernte ich direkt aus diesem Buch. Selbst heute, nach über zwanzig Jahren, kann
ich es noch zur Hand nehmen, einen vergessenen Absatz neu entdecken, neue Tipps sammeln.
Paulus hat die einzigartige Fähigkeit, Ehrfurcht für das Material zu wecken und dessen Verbindung
zur lebendigen Erde und unserem Inneren klarzumachen.
 
Bei meinem Unterricht habe ich das Buch stets mit meinen Schülern geteilt. Als ich zwischen 1978
und 1984
in Berlin lebte, musste ich alle halben Jahre Dutzende von Exemplaren aus den USA
bestellen. Als es vergriffen war, wühlten meine Schüler sich durch Antiquariate - und hatten nur
manchmal das Glück, ein Second-Hand-Exemplar zu finden. Mein eigenes Exemplar mit den von
liebevoll blätternden Händen hinterlassenen Ton­spuren behielt ich um so besser im Auge.

Als ich mich mit Keramik zu beschäftigen begann, unterrichtete Paulus gerade nicht. Ich dachte
schon, ich würde diesen Mann niemals treffen, der mir so viel gegeben hatte, der vielleicht einer der
wichtigsten Lehrer in meinem Leben war. Doch zum Glück widmete er sich nicht ausschliesslich
anderen Materialien. So konnte ich nicht nur mehrmals direkt mit ihm arbeiten, sondern bin glücklich,
mich zu seinem grossen Freundeskreis rechnen zu dürfen.
 
Ich freue mich besonders, dass mit dieser Ausgabe auch deutschsprachige Interessierte, die vom
Ton und vom Leben begeistert sind, Zugang zu Paulus‘ erstaunlichen Ideen finden. Er geht darauf
ein, weshalb wir überhaupt mit Ton arbeiten und stellt dar, dass Material und Arbeitsweisen nicht
vom Ergebnis zu trennen sind, dass nichts von der Ökologie unseres Planeten unabhängig sein kann.
 

Jimmy Clark   Leiter des Clay Studio, Philadelphia

zurück

Home

Copyright ©   Michel Keramikbedarf  CH-8046 Zürich  Tel. 044 372 16 16   Fax 044 372 20 30